[EN] Where the spruce trees rustled darkly

This work began with a return.

I returned to a place that had long felt self-evident to me: the forest of my childhood. It was a place for play, a refuge, and a surface for projection. A place of closeness. Today, this forest is a different one. Much of what was familiar has disappeared or visibly changed. In recent years, the Thuringian Forest has undergone profound upheaval. Recurrent periods of heat and drought, especially since 2018, have severely weakened its resilience. The loss of the forest is not merely an ecological event. It also challenges my inner image of home. The photographs in this work are my attempt to approach this change - emotionally and personally. They emerge from memories, moods, and subjective impressions. They show how I see and what I remember. I am aware that every perspective is selective, including my own. Therefore, I do not understand this work as a complete narrative, but as a fragmentary insight. It shows my relationship to the forest and to the region I come from.At the center is my engagement with the concept of home. For me, home is not a fixed image. It changes. Sometimes slowly, sometimes suddenly. Just as the forest has transformed under external influences, my view of it has changed as well. What once meant protection now appears vulnerable. What was once impenetrable has become open. In this openness lies a new form of closeness. Not idealized, but attentive.The concept of home is contested. It is politically instrumentalized, awakens longings, and can both connect and exclude. I approach it cautiously. Without romanticizing it. Without abandoning it. For me, home is not a completed state, but a process.My photographic approach is open and intuitive. Wandering through the landscape became a form of engagement. I rarely searched deliberately for motifs. Instead, I allowed myself to drift. The camera served as a tool of perception. Not for illustration, but for approaching.This work does not claim to be a final judgment. It is an attempt. An invitation to reflection and engagement with a place in transition. It seeks to leave space: for memory, for loss, for change. And for what remains when much has disappeared.




128 pages, open adhesive binding
Paper: Munken Pure Rough 120 g
Printing: Kunst- und Buchdruckerei Kessler, Weimar
[DE] Wo die Fichten dunkel rauschten.

Diese Arbeit begann mit einer Rückkehr.

Ich bin an einen Ort zurückgekehrt, der mir lange selbstverständlich war: der Wald meiner Kindheit. Er war Spielraum, Rückzugsort und Projektionsfläche. Ein Ort der Nähe.Heute ist dieser Wald ein anderer. Vieles, was vertraut war, ist verschwunden oder hat sich sichtbar verändert. Der Thüringer Wald hat in den vergangenen Jahren tiefgreifende Umbrüche erfahren. Wiederkehrende Hitze- und Trockenperioden, besonders seit 2018, haben seine Widerstandskraft stark geschwächt. Der Verlust des Waldes ist dabei nicht nur ein ökologisches Ereignis. Er greift auch mein inneres Bild von Heimat an. Die Fotografien in dieser Arbeit sind mein Versuch, mich diesem Wandel anzunähern - emotional und persönlich. Sie entstehen aus Erinnerungen, aus Stimmungen und aus subjektiven Eindrücken. Sie zeigen, wie ich sehe und was ich erinnere. Mir ist bewusst, dass jede Perspektive selektiv ist, auch meine eigene. Deshalb verstehe ich diese Arbeit nicht als vollständige Erzählung, sondern als fragmentarischen Einblick. Sie zeigt meine Beziehung zum Wald und zur Region, aus der ich komme. Im Zentrum steht meine Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat. Heimat ist für mich kein festes Bild. Sie verändert sich. Manchmal langsam, manchmal plötzlich. So wie sich der Wald durch äußere Einflüsse gewandelt hat, hat sich auch mein Blick auf ihn verändert. Was früher Schutz bedeutete, wirkt heute verletzlich. Was einst undurchdringlich war, ist offen geworden. In dieser Offenheit liegt eine neue Form der Nähe. Nicht idealisiert, sondern aufmerksam.Der Begriff Heimat ist umkämpft. Er wird politisch instrumentalisiert, weckt Sehnsüchte und kann sowohl verbinden als auch ausschließen. Ich nähere mich ihm vorsichtig. Ohne ihn zu romantisieren. Ohne ihn aufzugeben. Für mich ist Heimat kein abgeschlossener Zustand, sondern ein Prozess. Meine fotografische Herangehensweise ist offen und intuitiv. Der Streifzug durch die Landschaft wurde zu einer Form der Auseinandersetzung. Ich habe selten gezielt nach Motiven gesucht. Stattdessen habe ich mich treiben lassen. Die Kamera diente mir als Mittel der Wahrnehmung. Nicht zur Illustration, sondern zur Annäherung.Diese Arbeit versteht sich nicht als abschließendes Urteil. Sie ist ein Versuch. Ein Angebot zur Reflexion und zur Auseinandersetzung mit einem Ort im Wandel.  Sie möchte Raum lassen: für Erinnerung, für Verlust, für Veränderung. Und für das, was bleibt, wenn vieles verschwunden ist.

128 Seiten, Offene Klebebindung
Papier: Munken Pure Rough 120gr.
Druck: Kunst- und Buchdruckerei Kessler, Weimar